Biodiversitätsmonitoring Ost

Auftraggebende: Kantone St.Gallen, beide Appenzell

Das Biodiversitätsmonitoring hat zum Ziel, die Entwicklung der Artenvielfalt langfristig und repräsentativ zu untersuchen. Dafür wird ein Raster aus 1×1-Kilometer-Quadraten über die Region gelegt; in ausgewählten Quadraten werden im Fünfjahresrhythmus Brutvögel, Tagfalter und Pflanzen umfassend kartiert.

Wir sind für die Koordination des Brutvogelteams zuständig. Diese umfasst die jährliche Zuteilung der Kartieraufträge an die Kartierpersonen, deren fachliche und organisatorische Unterstützung sowie die Qualitätskontrolle der erhobenen Daten in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Vogelwarte und Hintermann & Weber AG. Inzwischen können wir uns auf ein eingespieltes Team verlassen. Zudem erstellen wir jährlich einen Bericht für die Auftraggebenden.

Die Feldarbeit erfordert grosse Flexibilität und viel Durchhaltevermögen. Tagfalter werden im Sommer alle zwei Wochen erfasst – jedoch nur bei warmer, sonniger und windstiller Witterung. Wir schätzen es, die Biodiversität im Jahresverlauf zu erleben und jedes Jahr neue Standorte kennenzulernen. Gerade in höheren Lagen gibt es noch viele Artvorkommen (wieder) zu entdecken – und knifflige Arten zu bestimmen.

2023 - heute

Obstbaumschnittkurse

Auftraggebende: Kanton Graubünden

In Zusammenarbeit mit Martin Fehr organisieren wir Obstbaumschnittkurse zur Förderung strukturreicher Kulturlandschaften und einer fachgerechten Pflege von Hochstamm-Obstbäumen.

Die Kurse verbinden fundierte Theorie mit praxisnaher Anwendung. Im theoretischen Teil stehen Grundlagen wie das Unterscheiden von Frucht- und Wachstumsknospen, geeignete Werkzeuge, Schnitttechniken sowie Aspekte der Arbeitssicherheit im Fokus.

Im anschliessenden Praxisteil werden die verschiedenen Schnittformen direkt am Baum umgesetzt: vom Pflanzschnitt über den Erziehungsschnitt bei Jungbäumen bis hin zum Erhaltungsschnitt bei älteren Beständen.

Die Kurse fanden bisher 2024 in Pardomant (bei Disentis) und 2023 in Sagogn statt.

2023 - heute

Aufwertung Schwellana Grüsch

Auftraggebende: Gemeinde Grüsch

Das Gebiet «Schwellana» in Grüsch GR wird seit 2021 mit verschiedenen Massnahmen ökologisch und landschaftlich aufgewertet, ohne die landwirtschaftliche Nutzung wesentlich einzuschränken. Dazu gehören unter anderem Biotope für die Gelbbauchunken (Bombina variegata), die im Gebiet südlich der Landquart vorkommen.

Der offene Charakter der Ebene bietet grosses Potential für die Wiederansiedlung der Feldlerche (Alauda arvensis). Gelingt es der Art, auf den Schwellana wieder erfolgreich zu brüten, könnte sie zum Markenzeichen des Gebiets werden.

Entlang des viel begangenen Fusswegs wurde auf einer Länge von rund einem Kilometer ein Holzzaun erstellt, der den Weg vom Landwirtschaftsgebiet abgrenzt. Die bestehende Hecke entlang der Landquart wurde durchgehend erweitert und sorgt heute für eine wichtige Vernetzung der Lebensräume. Im Gewässerraum wurde eine 1.3 Hektaren grosse Extensivwiese angelegt, und mehrjährige Krautsäume verbinden die nördlichen und südlichen Flächen miteinander, um die Durchgängigkeit im Gebiet zu fördern. Zusätzlich entstanden im gesamten Projektperimeter Strukturen wie Ast- und Steinhaufen sowie Staudenpflanzungen.

Im nordwestlichen Teil des Gebiets wurde ein vielfältiger Obstgarten mit 26 Hochstammobstbäumen angelegt, ergänzt durch zahlreiche Kleinstrukturen und einen «Lebensturm», der wertvolle Unterschlupfmöglichkeiten für Kleintiere, Wildbienen und andere Insekten bietet.

2021 - heute

Biodiversitätsmonitoring Graubünden

Auftraggebende: Kanton Graubünden

Die Kartierungen von Brutvögeln und Tagfaltern im Kanton Graubünden finden in teils aussergewöhnlich artenreichen Lebensräumen statt. In nur einem Quadrat wurden beeindruckende 68 Tagfalterarten festgestellt, darunter elf Mohrenfalterarten (Erebia sp.). Auch unwegsames, hochalpines Gelände gehört zum Programm – etwa in den Lebensraum des seltenen Eismohrenfalters (Erebia pluto) oberhalb von Tarasp.

Damit die Kartierungen durchgeführt werden können, sind stabile Wetterbedingungen nötig. Da das Wetter oft unberechenbar ist, ist die Planung der Einsätze anspruchsvoll und verlangt viel Flexibilität. Die manchmal recht strapaziöse und logistisch herausfordernde Arbeit wird durch wunderbare Aussichten und einen einmaligen Blick auf den Wandel der Jahreszeiten entlohnt.

2021 - heute

Pflegekonzept für die Appenzeller Bahnen

Auftraggebende: Appenzeller Bahnen

Seit 2021 hat das Bundesamt für Verkehr das Thema Biodiversität in die Leistungsvereinbarungen mit den Infrastrukturbetreibenden aufgenommen. Für die Appenzeller Bahnen wurde daraufhin ein Konzept für einen biodiversitätsfreundlichen Unterhalt der Grünflächen erarbeitet. Ziel ist es, vielfältige Lebensräume in hoher Qualität zu erhalten und durch eine angepasste Pflege ein breites Artenspektrum zu fördern.

Für die Erarbeitung des Unterhaltkonzepts wurden sämtliche Grünflächen der Appenzeller Bahnen hinsichtlich ihres ökologischen Potenzials beurteilt und in Massnahmenkategorien eingeteilt. Zudem wurden Leitarten definiert, die gezielt gefördert werden sollen.

Die Umsetzung umfasst unter anderem eine schonende Mahd ausgewählter Böschungsabschnitte mit dem Messerbalken, wobei einzelne Bereiche als Rückzugsstreifen stehen gelassen werden. Ast- und Steinhaufen fördern Reptilien und Kleinsäuger, Sandlinsen dienen als Lebensraum für Wildbienen, und kleine Laichgewässer kommen Amphibien zugute. Da Schienen für wandernde Amphibien eine Barriere darstellen, wurden in der Nähe von Laichgewässern zusätzliche Durchlässe installiert.

Darüber hinaus werden verschiedene Bahnhofsareale schrittweise ökologisch aufgewertet, unter anderem durch die Pflanzung einheimischer, ökologisch wertvoller Sträucher und Stauden, die Anlage von Wildblumenwiesen sowie die Ergänzung weiterer Kleinststrukturen.

Anhand von Erfolgskontrollen in Form von Tagfalter- und Heuschreckenkartierungen wird die Wirkung der umgesetzten Massnahmen auf die Biodiversität überprüft.

2019 - heute

Lungenenzian und Kleiner Moorbläuling

Auftraggebende: Kanton St.Gallen

Das Zuzwiler Riet ist Lebensraum für stark gefährdete Tiere und Pflanzen. Hier kommt unter anderem der seltene Kleine Moorbläuling (Phengaris alcon) vor. Dieser Schmetterling legt seine Eier ausschliesslich auf Enzianpflanzen ab. Ein Ansiedlungsversuch mit der Ansaat und Pflanzung neuer Lungenenziane (Gentiana pneumonanthe) zeigte auf, dass das Vorkommen beider Arten mit dieser Methode gezielt gestärkt werden kann.

In enger Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden und der Gemeinde Zuzwil wurden Amphibienlaichgebiete geschaffen, die Moorhydrologie verbessert, die Bewirtschaftung präzise auf sensible Arten abgestimmt, Hecken gepflanzt und Wiesen aufgewertet. Diese wertvollen Flächen werden weiterhin von landwirtschaftlichen Betrieben gepflegt und von uns fachlich begleitet.

Neben dem Kleinen Moorbläuling ist der Laubfrosch (Hyla arborea) eine der wichtigsten Zielarten. In der Region Zuzwil wurden mehrere Amphibiengewässer neu ausgehoben oder verbessert. So werden bestehende Lebensräume miteinander vernetzt – eine zentrale Voraussetzung für stabile Laubfroschpopulationen.

2018 - heute

Arbeitseinsätze mit Schulklassen

Auftraggebende: Gemeinde Wattwil

Im Auftrag der Gemeinde Wattwil planen und leiten wir jährlich Arbeitseinsätze mit Schulklassen. Ziel dieser Einsätze ist es, ökologische Themen und Zusammenhänge praxisnah zu vermitteln und gleichzeitig einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität zu leisten.

Gemeinsam mit den Schulklassen setzen wir konkrete Massnahmen um: Dazu gehören unter anderem der Bau von Kleinstrukturen, die Pflanzung artenreicher Hecken sowie die Pflege verschiedener Biotope, beispielsweise von Ruderalflächen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entfernung von Problempflanzen wie invasiven Neophyten oder Adlerfarn, um wertvolle Lebensräume langfristig zu stärken.

Die Einsätze werden von uns fachlich geplant, vorbereitet und angeleitet. Die Schüler:innen arbeiten aktiv in der Natur mit, erleben ökologische Prozesse direkt vor Ort und erkennen, wie gezielte Pflege und Nutzung zum Schutz wertvoller Lebensräume beitragen können.

2016 - heute

Schutzverordnung Bütschwil-Ganterschwil

Auftraggebende: Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil

Im Auftrag der Gemeinde wurde die bestehende Schutzverordnung einer gründlichen Überprüfung unterzogen und an die aktuellen gesetzlichen Vorgaben angepasst. Ziel war es, die Natur- und Landschaftsschutzobjekte auf dem Gemeindegebiet zu sichern und ihre Qualität langfristig zu gewährleisten.

Im Zentrum standen wertvolle Lebensräume wie Hecken, Bäume, Amphibiengewässer sowie Moore und Magerwiesen. Diese Bereiche sind nicht nur Rückzugsorte für seltene Tier- und Pflanzenarten, sondern prägen auch das Landschaftsbild und tragen zum Erhalt der Biodiversität bei.

Die Arbeiten umfassten eine detaillierte Beurteilung der Schutzobjekte: Ihre Qualität wurde bewertet, die Abgrenzungen per GPS überprüft und bei Bedarf angepasst. Parallel dazu erfolgte die Aktualisierung der Inventare, die Erstellung des Planungsberichts sowie die Ausarbeitung der Schutzpläne. Wir begleiteten das gesamte Verfahren mit unserer fachlichen Expertise und berieten die Gemeinde laufend – von der ersten Analyse bis hin zu den Einsprachverhandlungen.

2016 - heute

Ökologische Begleitung Golfpark Waldkirch

Auftraggebende: Subauftrag von Brunner Landschaftsarchitekten

Der Golfpark Waldkirch besteht zur Hälfte aus ökologischen Ausgleichsflächen. Zahlreiche Weiher und Hecken strukturieren die extensiven Wiesen und umgeben den Spielbereich, was nicht nur das Landschaftsbild aufwertet, sondern auch zahlreichen Tierarten wertvolle Lebensräume bietet.

Wir dürfen das Betreiberteam zur Pflege beraten und führen regelmässig Erfolgskontrollen zu Vegetation und Fauna (Amphibien, Tagfalter, Heuschrecken, Vögel und Libellen) durch, um Veränderungen im Artenbestand zu erkennen und geeignete Pflegeempfehlungen abzuleiten.

Der Park beherbergt mit gut 70 rufenden Laubfroschmännchen (Hyla arborea) eines der grössten Laubfroschvorkommen des Kantons. Weiter wurden bei der letzten Erhebung 32 Tagfalterarten und 26 Libellenarten festgestellt.

2014 - heute

Bodenkundliche Baubegleitungen

Auftraggebende: Private und öffentliche Institutionen

Seit vielen Jahren beraten wir unterschiedliche Akteure bei der Umsetzung ihrer Bauvorhaben im Umgang mit dem Boden sowie Naturschutzgüter. Wir unterstützen die Bauherrschaft bei der rechtskonformen Realisierung unter besonderer Berücksichtigung bodenrelevanter Vorgaben. Unser Tätigkeitsbereich umfasst alle Phasen eines Bauprojekts – von der Planung bis zur Umsetzung.

Dabei verstehen wir unsere Kundschaft als Partner. Unser Ziel ist es, einen effizienten Projektablauf zu gewährleisten und gleichzeitig wirksame Bodenschutzmassnahmen umzusetzen. Wir handeln vorausschauend und entwickeln für jede Situation praxisnahe Lösungen, die sowohl zum Projekterfolg als auch zur nachhaltigen Schonung des Bodens beitragen.

2012 - heute

Vernetzungsprojekte Kanton Zürich

Auftraggebende: Gemeinden des Kantons Zürich

Wir begleiten mehrere Vernetzungsprojekte im Kanton Zürich. So zum Beispiel das Vernetzungsprojekt Elgg-Hagenbuch. Dieses lebt vom grossen Engagement der zwei Gemeinden, der Projektträgerschaft und der beteiligten Landwirtschaftsbetriebe. Jährlich werden im Projektgebiet zahlreiche Massnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt, darunter Baum- und Heckenpflanzungen, Wiesenaufwertungen sowie die Anlage von Kleinstrukturen. Eine jährliche Flurbegehung vermittelt ökologische Themen direkt vor Ort. Wir unterstützen die beiden Gemeinden und die Landwirt:innen fachlich bei der Planung und Umsetzung dieser Massnahmen.

Ein Schwerpunkt des Projekts ist die Förderung der Feldlerche (Alauda arvensis), eines selten gewordenen Brutvogels des Kulturlands. Als Bodenbrüter ist sie auf geeignete Ackerkulturen wie zum Beispiel Buntbrachen oder Getreide mit weiten Reihen angewiesen. Zur gezielten Förderung haben wir einen Massnahmenkatalog erarbeitet, dessen Umsetzung wir begleiten. Zudem koordinieren wir das jährliche Feldlerchen-Monitoring in Zusammenarbeit mit freiwilligen Kartierpersonen des Naturschutzvereins Elgg und Umgebung.

2006 - heute

Beweidungskonzepte Alpen

Auftraggebende: Alpbetreibende, Kanton Graubünden

Beweidungskonzepte stützen sich auf einer detaillierten Lebensraumkartierung nach Dietl. Dabei werden nicht nur die Futterbasis der Alp kartiert, sondern auch suboptimale Situationen wie Unter- oder Überbestossung, Verunkrautung, Verbuschung oder Trittschäden in empfindlichen Lebensräumen wie Flachmooren.

Gemeinsam mit der Alpleitung werden daraufhin Massnahmen festgelegt – beispielsweise eine Optimierung der Weideführung, eine lokal angepasste Beweidungsintensität oder Zeitpunkt der Beweidung. Falls nötig wird empfohlen, den Standort von Tränken zu verlegen, die Anzahl der Stösse anzupassen oder eine andere Tierrasse einzusetzen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung der Biodiversität, der Erhalt des Futterertrags sowie die Gesundheit des Viehs.

2006 - heute

Naturschutz in der Gemeinde Wattwil

Auftraggebende: Gemeinde Wattwil

In der Gemeinde Wattwil sind die Naturschutz- und Landwirtschaftskommission für den Naturschutz zuständig. Wir beraten das Gremium und unterstützen die Verwaltung bei unterschiedlichen Fragestellungen. Dazu gehört unter anderem die jährliche Organisation eines Naturschutz-Einsatzes für Schulklassen, bei dem die Jugendlichen beispielsweise Hecken pflanzen oder Landwirt:innen bei der Pflege von Schutzgebieten unterstützen (siehe Arbeitseinsätze mit Schulklassen). Auf unsere Anregung hin konnte in den Jahren 2024 und 2025 ausserdem eine umfassende Aktion zur Aufwertung von Hecken und zur Neupflanzung von über 1000 Sträuchern realisiert werden.

Bei Verstössen gegen Schutzbestimmungen – etwa durch Roden einer Hecke oder Düngen einer Naturschutzfläche – begleiten wir die Gemeinde, insbesondere bei der Wiederherstellung des rechtmässigen Zustands. Dabei steht stets eine einvernehmliche Lösung im Vordergrund, die idealerweise zusätzlichen Mehrwert schafft.

Gemeinsam mit engagierten Einwohner:innen entwickelt die Gemeinde zudem biodiversitätsfördernde Massnahmen auf privaten Flächen, vor allem im Siedlungsraum. Wir unterstützen sie dabei, die wirksamsten Schritte zu priorisieren und qualitativ hochwertig umzusetzen.

Aus dieser Zusammenarbeit sind auch die lokalen Vernetzungsprojekte hervorgegangen. Sie bestehen bis heute und beinhalten Weiterbildungen wie unsere jährlichen Flurbegehungen mit den Landwirt:innen zu spezifischen Schwerpunkten.

2004 - heute

Vernetzungsprojekte Kanton St.Gallen

Auftraggebende: Gemeinden des Kanton St.Gallen

Im Rahmen mehrerer regionaler Vernetzungsprojekte unterstützen wir Gemeinden und Landwirtschaftsbetriebe bei der Förderung der Biodiversität und der ökologischen Infrastruktur. Dazu gehören die Festlegung von Ziel- und Leitarten, die Definition und Überprüfung von Flächenzielen sowie die Erfassung zusätzlicher Förderbedingungen. Ziel ist es, strukturreiche Lebensräume zu erhalten und zu vernetzen – etwa durch die Schaffung von Trittsteinbiotopen wie Ast- und Steinhaufen oder gezielte Rückzugsstreifen.

Neben der Beratung vor Ort planen wir gemeinsam mit der Trägerschaft verschiedene Anlässe: öffentliche Veranstaltungen zu diversen Themen, Sträucherverkäufe zur Aufwertung oder Neupflanzung von Hecken oder Obstbaumaktionen für artenreiche Hochstammobstgärten.

Aktuell begleiten wir mehrere Regionen – darunter Flawil/Degersheim, Thal, Neckertal Süd und Hemberg – teilweise bereits in der dritten Projektphase. Jedes Projekt läuft über acht Jahre. Am Ende jeder Periode erfolgt eine umfassende Bewertung der gesetzten Ziele, die in einem Schlussbericht festgehalten werden. So schaffen wir gemeinsam Lebensräume für Pflanzen und Tiere – und stärken gleichzeitig die nachhaltige Landwirtschaft in unserer Region.

2004 - heute

Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekte Kanton Graubünden

Auftraggebende: Kanton Graubünden

Die Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekte bilden eine wichtige Basis für die Biodiversitäts- und Landschaftsleistungen der Landwirtschaft im Kanton Graubünden.

Alle Landwirtschaftsbetriebe werden innerhalb von acht Jahren zweimal direkt auf dem Hof beraten. Vor diesen Beratungen erfassen wir den Zustand zahlreicher Wiesen, Weiden und Moore und bringen unsere Beobachtungen in der Beratung ein.

Im Mittelpunkt steht der Erhalt wertvoller Naturwerte sowie die gezielte Förderung der Biodiversität. Die gemeinsam erarbeiteten Massnahmen orientieren sich an den lokalen Gegebenheiten und den betrieblichen Abläufen. Ihre Umsetzung fördert unter anderem bodenbrütende Vögel, Insekten und seltene Pflanzenarten; zugleich trägt sie zu einer vielfältigen Kulturlandschaft sowie zum Erhalt von traditionellen Kulturgütern wie Holzzäunen bei.

Zusammen mit unseren Projektpartnern sind wir in der Surselva, im Mittelbünden, im Prättigau und im Schanfigg tätig.

2004 - heute

Ökologische Begleitung Bergbahnen

Auftraggebende: Toggenburg Bergbahnen AG

Die Toggenburg Bergbahnen AG betreibt unter anderem die Bahninfrastruktur auf dem Chäserrugg. Das Gebiet ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) verzeichnet und beherbergt mehrere endemische sowie störungsempfindliche Arten.

Im Rahmen von Vorabklärungen und Umweltverträglichkeitsberichten (UVB) gilt es daher, die Auswirkungen auf Arten, Lebensräume und Landschaft möglichst gering zu halten. Dabei werden verschiedene Fragestellungen untersucht, etwa: Wie kann das Birkhuhn (Lyrurus tetrix) vor weiteren Störungen geschützt werden? Wird der Lebensraum der Schweizer Goldschrecke (Podismopsis keisti) oder des Ostalpen-Enzians (Gentiana pannonica) tangiert? Wie lässt sich die Infrastruktur optimal in die Landschaft einpassen? Und wo kann gegebenenfalls ein angemessener ökologischer Ersatz geschaffen werden?

Im engen Austausch mit den Projektbeteiligten und verschiedenen Interessensvertretern werden bereits in frühen Planungsphasen entsprechende Projektanpassungen vorgenommen. So wurden in der Vergangenheit bereits neue Wildruhezonen geschaffen oder ökologische Aufwertungen geplant. Bei der bodenkundlichen Baubegleitung liegt ein besonderes Augenmerk auf der Wiederherstellung der typischen alpinen Vegetation, was angesichts der rauen Witterungsbedingungen und der kurzen Vegetationsperiode eine besondere Herausforderung darstellt.

2002 - heute

Avifauna mit Akustik-Logger und Wildtierkameras

Auftraggebende: Kraftwerk Göschenen AG

Am Göscheneralpsee in Göschenen (UR) ist eine Erhöhung des bestehenden Staudamms geplant. Da im Gebiet Vorkommen von Rau- und Glattfusshühnern – insbesondere des Birkhuhns (Lyrurus tetrix) – vermutet wurden, erfolgte im Rahmen des Bauprojekts eine sorgfältige Überprüfung ihrer Präsenz. Diese Arten reagieren empfindlich auf Veränderungen und Störungen ihres Lebensraums.

Für die Abklärungen kamen Akustik-Logger und Wildtierkameras zum Einsatz. Die Akustik-Logger ermöglichen eine langfristige, störungsarme Aufzeichnung von Lautäusserungen und damit auch von typischen Balzaktivitäten des Birkhuhns. Ergänzend liefern Wildtierkameras visuelle Hinweise auf Präsenz, Balzaktivitäten und weitere mögliche Nutzung des Gebiets – etwa zur Nahrungsaufnahme oder als Brutgebiet.

Durch die Kombination beider Methoden lassen sich Nutzung und Aktivitätszeiten über einen längeren Zeitraum hinweg erfassen – deutlich umfassender als mit punktuellen Feldbegehungen.

Die gewonnenen Informationen dienen dazu, geeignete Schutzmassnahmen für die Bauphase zu erarbeiten. Im Rahmen der Baubegleitung wird die Umsetzung dieser Massnahmen überwacht und den bestmöglichen Schutz dieser Vögel sichergestellt.

2025 - 2026

Ökologische Ausgleichsmassnahmen für den Gewächshausbau

Auftraggebende: Kistler Gemüsebau AG

In der Schweiz wird viel Fläche genutzt – für Landwirtschaft, Siedlungen, Verkehr und Infrastruktur. Dies geht oft auf Kosten von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen. Ökologische Ausgleichsmassnahmen sollen den damit verbundenen Verlust abfedern.

Für den Bau neuer Gewächshäuser muss die Kistler Gemüsebau AG daher verschiedene ökologische Ausgleichsmassnahmen umsetzen, um den Eingriff in Natur und Landschaft fachgerecht zu kompensieren.

Im Rahmen dieses Projekts führten wir Abklärungen vor Ort durch und beurteilten die bestehende ökologische Ausgangslage. Darauf aufbauend entwickelten wir ein Aufwertungs- und Pflegekonzept, das aufzeigt, wie die vorgesehenen Flächen langfristig ökologisch aufgewertet und gepflegt werden können. Ziel ist es, einen nachhaltigen Mehrwert für Biodiversität, Landschaftsbild und landwirtschaftliche Nutzung zu schaffen.

2025

Trockenmauerkurse

Auftraggebende: Kanton Graubünden

In Zusammenarbeit mit Kursleiter Nicola Loher haben wir auf den Schwellana in Grüsch einen Trockenmauerkurs durchgeführt. Der Kurs richtete sich an Betriebsleitende und vermittelte einen fundierten Einblick in das uralte Handwerk des Trockenmauerbaus. Ergänzend erhielten die Teilnehmenden praxisnahe sowie theoretische Grundlagen zur Planung, Materialwahl, zu Werkzeugen sowie zum Bau und Unterhalt von Trockensteinmauern.

2023

Zustandserhebung der nationalen Biotope, Kanton Appenzell Ausserrhoden

Auftraggebende: Kanton Appenzell Ausserrhoden

In den Jahren 2024 und 2025 überprüften wir im Auftrag des Kantons Appenzell Ausserrhoden den Zustand von 18 Hochmoor- und 16 Flachmoorobjekten sowie von zwei Trockenweiden von nationaler Bedeutung. Insgesamt wurde eine Fläche von 158 Hektaren detailliert kartiert.

Zu Beginn erarbeiteten wir in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton ein Vorgehenskonzept. Darauf aufbauend wurden im Feld die bestehenden Abgrenzungen überprüft und wo nötig angepasst. Die vorkommenden Lebensräume wurden gemäss Delarze et al. bestimmt, voneinander abgegrenzt und hinsichtlich ihrer Qualität beurteilt. Dabei identifizierten wir bestehende Defizite und leiteten konkrete Massnahmen für eine optimierte Pflege sowie für ökologische Aufwertungen ab.

Ergänzend zu den Kartierungen führten wir in allen Biotopen vollständige Vegetationsaufnahmen nach der Methode «Wirkungskontrolle Biotopschutz Schweiz (WBS)» durch. Die Aufnahmen erfolgten auf Flächen von jeweils zehn Quadratmeter und bilden eine wichtige Grundlage für die Beurteilung des Erhaltungszustands und die langfristige Erfolgskontrolle der Schutzmassnahmen.

2024 - 2025

Biotopkartierung im Kanton Thurgau

Auftraggebende: Kanton Thurgau

Im Rahmen der kantonalen Biodiversitätsstrategie beauftragte der Kanton Thurgau eine umfassende Erhebung und Beurteilung der im Richtplan eingetragenen Naturschutzgebiete. Ziel war es, den aktuellen Zustand dieser Gebiete zu dokumentieren, bestehende Defizite zu erkennen und den Sanierungsbedarf zu klären, um daraus gezielte Aufwertungsmassnahmen abzuleiten.

Wir wurden beauftragt, einen Grossteil der Gebiete zu kartieren, ihren aktuellen Zustand zu erfassen und erste Vorschläge für Aufwertungsmassnahmen zu formulieren. Beurteilt wurden insbesondere Gewässer, Feuchtgebiete, Trockenwiesen und -weiden, artenreiche Fettwiesen sowie Abbau- und Grubenbiotope.

Jedes Gebiet wurde vor Ort kartiert und der Zustand detailliert beschrieben. Wo möglich, wurden sinnvolle Massnahmen zur ökologischen Aufwertung vorgeschlagen. Die erhobenen Daten dienen dem Kanton Thurgau als Grundlage, um Aufwertungsmassnahmen gezielt zu planen und umzusetzen.

2024

Aufwertungsprojekt im Kaltbrunner Riet

Auftraggebende: Kanton St.Gallen

In den Jahren 2022 und 2023 wurde das Kaltbrunner Riet, ein Flachmoor und Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung, mit verschiedenen Massnahmen aufgewertet.

Wir begleiteten das Projekt bodenfachlich und entwickelten ein Bodenschutzkonzept, dessen Umsetzung wir von der Planung bis zum Abschluss der Bauphase begleiteten. Dabei berieten und instruierten wir die Ausführenden zu Bauabläufen, Zufahrten, Transporten und Bodenschutzmassnahmen.

Herausforderungen waren der grossflächige Bodenabtrag, empfindliche organische Böden, die Materialtrennung des heterogenen Bodens sowie der Einsatz schwerer Maschinen. Mittels einer Messstelle mit Tensiometern und einem Regenmesser überwachten wir die Bodenfeuchte und passten die Bauabläufe laufend den Bedingungen an.

2022

Biotopkartierung Kanton St.Gallen

Auftraggebende: Kanton St.Gallen

Zwischen 2019 und 2022 wurden im Kanton St.Gallen Biotope von lokaler, regionaler und nationaler Bedeutung kartiert. Wir übernahmen dabei einen Grossteil der Kartierarbeiten. Für die Kartierung der lokalen Objekte entwickelten wir eine Wegleitung und waren für die Leitung und Koordination der Kartierpersonen sowie die Qualitätssicherung zuständig.

Erfasst wurden der aktuelle Zustand und die Abgrenzung von Flachmooren, Trockenwiesen und -weiden sowie weiterer artenreicher Wiesen und Weiden. Ergänzend wurden ökologische Aufwertungsmöglichkeiten und Hinweise zu Pflege und Nutzung dokumentiert.

Die gewonnenen Daten stehen Gemeinden und Fachbüros zur Verfügung und bilden eine in Umfang und Qualität neuartige Grundlage für die Revision von Schutzverordnungen, die Erstellung von Naturschutzverträgen sowie die Planung von Aufwertungsmassnahmen.

2019 - 2022

Aufwertung der Kiesgrube Hori, Jonschwil SG

Auftraggebende: Holcim AG / Gemeinde Jonschwil / Kanton St.Gallen

Nach der Stilllegung der ehemaligen Kiesgrube Hori wurde eine Fläche von ca. 1.2 Hektaren zu einem Amphibienlaichgebiet umgestaltet, das insbesondere der Kreuzkröte (Epidalea calamita), Gelbbauchunke (Bombina variegata) und dem Laubfrosch (Hyla arborea) Lebensraum bietet.

Durch das Gebiet führt heute ein Bachlauf mit Aufweitungen. Neben temporären Pfützen wurden ablassbare Laichgewässer erstellt: zwei grosse Teiche mit Lehmabdichtung und mehrere klare Flachwassertümpel auf Betonschalen. Die Ufer und der Landlebensraum werden von einer ruderalartigen Kiesoberfläche bestimmt, die periodisch wieder offengelegt wird. Zahlreiche Strukturen wie Wurzelstöcke, Ast-, Stein- und Sandhaufen dienen den Amphibien als Verstecke oder zur Überwinterung.

Ein Verbindungskorridor mit einer artenreichen Wiese, feuchten Mulden und Gehölzstrukturen führt durch die Ackerlandschaft und ermöglicht den Austausch mit der nahe gelegenen Thur.
Der angrenzende Halbtrockenrasen wurde entbuscht. Wege auf halber Höhe und an der Basis ermöglichen heute die nötige Pflege.

Das Gebiet ist als Naherholungsgebiet beliebt. Eine Informationstafel bietet Gästen die Möglichkeit, sich zu orientieren.

Für den langfristigen Erhalt des Amphibienlaichgebiets wurde ein Pflegekonzept ausgearbeitet, welches den Unterhalt der Gewässer und Landlebensräume regelt und auf die Ansprüche der Zielarten abgestimmt ist.

2017 - 2022

Pilotprojekt Pflegeplanung Kanton Zürich

Auftraggebende: Kanton Zürich

Der Kanton Zürich verwaltet zahlreiche Naturschutzgebiete von überkommunaler Bedeutung. Die wiederkehrende Pflege dieser Gebiete wird in Pflegeplänen geregelt. Ab 2022 wurden diese Pflegepläne überarbeitet und aktualisiert, mit dem Ziel, die ökologische Qualität der Naturschutzgebiete langfristig zu sichern und zu optimieren.

Zu diesem Zweck erarbeitete der Kanton eine Wegleitung. Im Rahmen eines Pilotprojekts in der Gemeinde Hittnau wurde im Jahr 2021 diese Wegleitung erstmals angewendet und konzeptionell weiterentwickelt. Dabei wurden die überkommunalen Naturschutzgebiete hinsichtlich ihres Zustands überprüft und für jedes Objekt ein spezifischer Pflegeplan erstellt. Dieser definiert unter anderem Schnittzeitpunkte und -häufigkeiten sowie gezielte Massnahmen zur Förderung charakteristischer und gefährdeter Arten oder zum Umgang mit Problempflanzen wie invasiven Neophyten oder Verschilfung.

2021

Revision der Schutzverordnung Wattwil

Auftraggebende: Gemeinde Wattwil

Die kommunale Schutzverordnung Wattwil umfasst Objektverzeichnis, Schutzbestimmungen sowie Schutzplan und trat erstmals 1996 in Kraft. Mit den Jahren stiegen die Anforderungen an Vollständigkeit und Genauigkeit, während eine aktuelle Übersicht der Objekte fehlte.

Ab 2015 inventarisierten wir sämtliche Naturschutzobjekte neu. Lage, Ausprägung und allfällige Defizite wurden protokolliert, ebenso Empfehlungen für eine optimierte Pflege. Es wurden über 200 Flächen – von kleinen 50 Quadratmeter bis zu Dutzenden Hektaren grossen Wiesen, Weiden oder Mooren – sowie mehr als 50 Kilometer Hecken beurteilt. Ziel war eine vollständige, präzise Dokumentation zur Ableitung des Schutzstatus und geeigneter Bewirtschaftungsmassnahmen.

Die Ergebnisse wurden der zuständigen Kommission präsentiert, diskutiert und nach Beschluss der Gemeinde dem Kanton zur Vorprüfung sowie der Bevölkerung zur Mitwirkung vorgelegt. Nach den erforderlichen Anpassungen gelangte die Schutzverordnung 2022 zur öffentlichen Auflage. In unbestrittenen Fällen schlossen wir parallel neue Bewirtschaftungsverträge ab, sodass die zielführende Nutzung frühzeitig gesichert war.

Siehe dazu auch das Referenzprojekt «Begleitung Naturschutz Gemeinde Wattwil».

2015 - 2021