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Lungenenzian und Kleiner Moorbläuling
Auftraggebende: Kanton St.Gallen
Das Zuzwiler Riet ist Lebensraum für stark gefährdete Tiere und Pflanzen. Hier kommt unter anderem der seltene Kleine Moorbläuling (Phengaris alcon) vor. Dieser Schmetterling legt seine Eier ausschliesslich auf Enzianpflanzen ab. Ein Ansiedlungsversuch mit der Ansaat und Pflanzung neuer Lungenenziane (Gentiana pneumonanthe) zeigte auf, dass das Vorkommen beider Arten mit dieser Methode gezielt gestärkt werden kann.
In enger Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftenden und der Gemeinde Zuzwil wurden Amphibienlaichgebiete geschaffen, die Moorhydrologie verbessert, die Bewirtschaftung präzise auf sensible Arten abgestimmt, Hecken gepflanzt und Wiesen aufgewertet. Diese wertvollen Flächen werden weiterhin von landwirtschaftlichen Betrieben gepflegt und von uns fachlich begleitet.
Neben dem Kleinen Moorbläuling ist der Laubfrosch (Hyla arborea) eine der wichtigsten Zielarten. In der Region Zuzwil wurden mehrere Amphibiengewässer neu ausgehoben oder verbessert. So werden bestehende Lebensräume miteinander vernetzt – eine zentrale Voraussetzung für stabile Laubfroschpopulationen.
PrBL Kanton St.Gallen: Grundlagenplanung
Auftraggebende: Kanton St.Gallen
Auf 2028 werden die bisherigen Vernetzungs- und Landschaftsqualitätsprojekte durch die Projekte für regionale Biodiversität und Landschaftsqualität (PrBL) abgelöst. Die PrBL haben die kantonalen Planungen zur Ökologischen Infrastruktur zu berücksichtigen. An dieser Schnittstelle verfolgte der Auftrag drei Schwerpunkte:
- Einbezug der Planung zur Ökologischen Infrastruktur in die künftigen PrBL-Projekte. Basierend auf diesen Daten, sowie weiteren Grundlagen wurden sogenannte «Gebiete mit Zusatzbeitrag» ausgeschieden und in der Pilotregion «Mittleres Toggenburg» gutachterlich verifiziert. Dies mit dem Ziel, die richtige Massnahme am richtigen Ort zu fördern.
- Prüfen der vorliegenden Massnahmenentwürfe des Kantons. Ausarbeiten von ergänzenden Massnahmen betreffend ökologischer Infrastruktur.
- Gesamtbetriebliche Pilotberatungen auf einigen Betrieben um die finanziellen Auswirkungen (Direktzahlungen) auf die Betriebe zu ermitteln und die Wirkung der «Gebiete mit Zusatzbeitrag» resp. der damit verbundenen zusätzlichen Direktzahlungen abzuschätzen.
Die Bearbeitung erfolgte gemeinsam mit zwei Partnerbüros und in enger Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsamt und dem Amt für Natur, Jagd und Fischerei des Kanton St.Gallen.
Avifauna mit Akustik-Logger und Wildtierkameras
Auftraggebende: Kraftwerk Göschenen AG
Am Göscheneralpsee in Göschenen (UR) ist eine Erhöhung des bestehenden Staudamms geplant. Da im Gebiet Vorkommen von Rau- und Glattfusshühnern – insbesondere des Birkhuhns (Lyrurus tetrix) – vermutet wurden, erfolgte im Rahmen des Bauprojekts eine sorgfältige Überprüfung ihrer Präsenz. Diese Arten reagieren empfindlich auf Veränderungen und Störungen ihres Lebensraums.
Für die Abklärungen kamen Akustik-Logger und Wildtierkameras zum Einsatz. Die Akustik-Logger ermöglichen eine langfristige, störungsarme Aufzeichnung von Lautäusserungen und damit auch von typischen Balzaktivitäten des Birkhuhns. Ergänzend liefern Wildtierkameras visuelle Hinweise auf Präsenz, Balzaktivitäten und weitere mögliche Nutzung des Gebiets – etwa zur Nahrungsaufnahme oder als Brutgebiet.
Durch die Kombination beider Methoden lassen sich Nutzung und Aktivitätszeiten über einen längeren Zeitraum hinweg erfassen – deutlich umfassender als mit punktuellen Feldbegehungen.
Die gewonnenen Informationen dienen dazu, geeignete Schutzmassnahmen für die Bauphase zu erarbeiten. Im Rahmen der Baubegleitung wird die Umsetzung dieser Massnahmen überwacht und den bestmöglichen Schutz dieser Vögel sichergestellt.